7 Punkte-Programm

Die Politik für die Zukunft gewinnen

Das 7 Punkte-Programm der Biowärme Tirol

Wir teilen die in der Nachhaltigkeits und Klimastrategie des Landes sowie im Leitantrag „Land und Klima schützen“ formulierten Grundlinien. Damit die Vision im Bereich der nachhaltigen und klimaneutralen Wärmeversorgung tatsächlich gelingen kann, erlauben wir uns folgende Anregungen in die Diskussion einzubringen:

Erneuerbare Energie ist kostbar, Effizienzsteigerung und PRIORISIERUNG stehen daher im Zentrum der Energie und Wärmewende.

Wärmenetze sind eine Schlüsseltechnologie, weil alle erneuerbaren Energie - und Abwärmequellen zusammengeführt werden können.

Eine starke Weiterentwicklung der Bestandsnetze führt zu einer nachhaltigen Effizienzsteigerung, neue Netze mit hohen Wärmedichten sind energiewirtschaftlich sinnvoll.

Dafür wollen wir unsere Politik gewinnen!

Wir sehen daher folgende Punkte als dringlich:

1. Eine Priorisierung der erneuerbaren Nahwärme im bestehenden Netzbereich sowie eine entsprechende Kommunikation gegenüber der Bevölkerung.

2. Die Einführung einer systematischen Energie und Wärmeraumplanung in allen Gemeinden Tirols mit der Ermittlung der Wärmedichten als Basis für neue Nahwärmenetze.

3. Den Ausbau der Abwärmenutzung und aller erneuerbaren Quellen. Im Bereich der Abwärme sind Industrie und Gewerbebetriebe für eine Einspeisung zu sensibilisieren.  Im Bereich der Biomasse liegt die Herausforderung in der Transformation alter Feuerungsanlagen in moderne Systeme unter Beibehaltung zumindest des aktuellen Niveaus von ca. 4250 GWh/a. (Quelle: Tiroler Nachhaltigkeits – und Klimastrategie)

4. Tirol ist ein Tourismusland. Wir schlagen einen Schwerpunkt für die Nahwärmeversorgung von Tourismusgemeinden vor: Gerade die bestehenden Nahwärmeversorgungen von St. Christoph, Längenfeld, Lermoos, Seefeld, Fügen, Kufstein, St. Johann bis Lienz sind schon jetzt Erfolgsgeschichten! Zuerst gilt es, diese Erfolge gegenüber Gästen und der Tiroler Bevölkerung stärker zu kommunizieren. Besonders bei Tourismusgemeinden ohne Nahwärmenetze sollte im nächsten Schritt die Energieraumplanung als Basis für neue Projekte forciert und öffentlich unterstütz werden. Hilfreich wäre eine Sonderförderung „ökologische Heizung“ für Tourismus und Gewerbebetriebe analog zur gleichnamigen Landesförderung für Privathaushalte.

5. Wir begrüßen „Grünes Gas“ und regen eine ehrliche und faktenbasierte Diskussion zur Erreichung der Klimaneutralität im Erdgasbereich bis 2040 an. Als Basis schlagen wir die Entwicklung des jährlichen Anteils an Grünem Gas vor. Im Einzugsbereich der Nahwärme fordern wir analog zu Pkt. 1 eine Priorisierung der Nahwärme.

6. Für einen kontinuierlichen und im Rahmen der Wärmewende notwendigen Ausbau von Nahwärme schlagen wir ein eigenes Nahwärmeausbaugesetz vor in dem Erzeugung und Verteilung von leitungsgebundener Wärme geregelt wird.

  1. Erklärung des öffentlichen Interesses für die Erweiterung bestehender oder Errichtung neuer Biomasseheiz(kraft)werke.
  2. Regelung von Leitungsrechten für die Errichtung von Fernwärmeleitungen in Anlehnung an das Tiroler Starkstromwegerecht mit Festlegung notwendiger Entschädigungsleistungen an den Eigentümer von Liegenschaften.
  3. Festlegung des Status von Fernwärmeleitungen zur Durchsetzung von Leitungsrechten, Einräumung von Leitungsrechten per Bescheid.
  4. Rechtliche Gleichstellung von leitungsgebundener Wärme mit alternativen Wärmeversorgern (Gas) hinsichtlich der Gebrauchsabgabenregelung
  5. Verbindlichkeit der Klimaziele

7. Eine grundlegende Nachhaltigkeits- und Energiewirtschaftsausbildung in allen Bildungseinrichtungen.

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