
Wenn sich Betreibende von Biomasseheizwerken, Technik-Fachleute und Branchenpartner:innen treffen, geht es vor allem um eines: Praxis. Genau darum drehte sich auch der 21. Betreiber-Erfahrungsaustausch, der am 4. und 5. März 2026 im Hotel Gut Brandlhof in Saalfelden stattfand. Rund 250 Teilnehmer:innen folgten der Einladung von SEEGEN sowie der Dachverbände aus Tirol, Vorarlberg, Salzburg und Südtirol. Damit zählt die zweitägige Veranstaltung mittlerweile zu den wichtigsten Treffpunkten für Nahwärmebetreibende im Westen Österreichs.
Dass der Austausch in der Branche so wichtig ist, hat auch mit der Geschichte der Veranstaltung zu tun. „Seit 25 Jahren veranstalten wir die Tagung. Es ist ein Treffen von Betreibern mit dem Schwerpunkt Praxis und Erfahrungsaustausch. Und genau dieser Erfahrungsaustausch macht die Veranstaltung wichtig für die Betreiber“, erklärte SEEGEN-Obmann Enes Hamidovic zur Eröffnung. Was im Jahr 2000 als kleiner Betreiber-Stammtisch in Grödig begann, hat sich inzwischen zu einer etablierten Fachtagung entwickelt. „Damals waren wir eine kleine Gruppe von 15 bis 20 Leuten. Daraus ist das alles entstanden. Es ist von Jahr zu Jahr größer geworden – heute sind rund 250 Teilnehmer hier. Damit ist die diesjährige Auflage eine unserer bestbesuchten Tagungen.“
Was Hamidovic dabei besonders freut: „Die Rückmeldungen waren sehr, sehr positiv. Die Leute sind beeindruckt. Bis jetzt habe ich nur Positives gehört.“ Großen Anteil daran hat auch das Programm: Fachvorträge zu aktuellen Entwicklungen im Nahwärmesektor, Praxisberichte aus Heizwerken und Diskussionsrunden zu technischen und organisatorischen Fragen bildeten dabei den inhaltlichen Part. Ergänzt wurde die Tagung durch eine Lieferantenmesse, auf der Unternehmen neue Produkte, Technologien und Dienstleistungen für den Heizwerksbetrieb präsentierten.
Ebenso strukturell gab es eine wichtige Neuerung, die bei der Tagung präsentiert wurde: Die Verbände aus Salzburg, Tirol und Vorarlberg bündeln ihre Kräfte künftig gemeinsam mit dem Südtiroler Energieverband im Dachverband Biomasseheizwerke Alpenregion. Andreas Moser, Koordinator der BioWärme Tirol und des nunmehrigen Dachverbandes Biomasseheizwerke Alpenregion, führt aus: „Diese Veranstaltung ist seit einigen Jahren eine Kooperation, einerseits mit der SEEGEN, andererseits mit dem Dachverband Biomasseheizwerke West, der wiederum eine Kooperation der Verbände der Bundesländer im Westen ist. Heute haben wir die Ehre, dass wir in unserer Kooperation Südtirol ganz offiziell aufnehmen dürfen.“ Damit besteht der Dachverband ab jetzt aus dem Südtiroler Energieverband, dem Vorarlberger Biomasseverband, der BioWärme Tirol und dem Dachverband Biomasseheizwerke Salzburg.
Was den Betreiber-Erfahrungsaustausch besonders macht, ist der direkte Austausch zwischen Kolleg:innen aus dem Heizwerksbetrieb. Viele Teilnehmende kommen deshalb seit Jahren regelmäßig zur Veranstaltung. „Ich suche gerne den Austausch mit anderen Betreibern, weil jeder eigentlich die gleichen Probleme hat“, sagt Reinhold Rastner, Betriebsleiter des Bio-Heizwerks Unteres Wipptal in Matrei am Brenner. „Für mich geht es hauptsächlich um das Gespräch untereinander. Die größten Vorteile sehe ich in den anderen Sichtweisen, die ich gewinne.“ Der Weg zur Veranstaltung ist für ihn kurz – und er nimmt ihn gerne auf sich. Auf die Frage, was die Veranstaltung in einem Wort ausmacht, antwortet er spontan: „Informativ!“
Auch Jakob Stranger, Geschäftsführer der Holzenergie Abtenau, nutzt die Veranstaltung gezielt für Vernetzung und Informationsaustausch: „Wir fahren jedes Jahr zum Betreiber-Erfahrungsaustausch. Man trifft viele Betreiber-Kollegen und kann sich zu allen möglichen Themen austauschen. Und vor allem sind auch die Aussteller da – Firmen, die wir laufend für Neuerrichtungen, Servicierung und Optimierungen brauchen.“ Zwei gebündelte Tage stehen zur Verfügung, Stranger nutzt sie intensiv. Für ihn ist die Veranstaltung längst ein Fixtermin im Kalender.
Für Bernhard Larcher, Geschäftsbereichsleiter Energieservices bei der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) und Ausschussmitglied der BioWärme Tirol, liegt der besondere Mehrwert der Tagung im gemeinsamen Blick auf die Zukunft der Branche. „Ich finde es wichtig, dass sich hier die ganze Branche aus Westösterreich trifft und darüber berät, wie man Dinge neu machen kann – und bewährte Lösungen weiterführt.“ Gleichzeitig nutzt er die Veranstaltung gezielt, um sich über aktuelle Innovationen und Entwicklungen am Markt zu informieren. Für ihn ist die Tagung längst unverzichtbar geworden: „Diese Veranstaltung hat sich sehr gut entwickelt – auch was den Teilnehmerkreis betrifft. Mittlerweile sind so gut wie alle Betreiber aus Westösterreich hier. Das macht den besonderen Reiz dieser Veranstaltung aus.“
Eine Premiere feierte heuer die Auszeichnung „Vom Provisorium zum Standard“. Dabei wurden besonders kreative und praxistaugliche Lösungen aus dem Heizwerksalltag ausgezeichnet. Denn im täglichen Anlagenbetrieb entstehen immer wieder Herausforderungen, die schnelle und pragmatische Lösungen erfordern. Was zunächst als improvisierte Maßnahme gedacht ist, entwickelt sich im laufenden Betrieb nicht selten zu einer dauerhaften Verbesserung – und manchmal sogar zu einem neuen Standard.
Mit der neuen Prämierung werden genau diese Ideen sichtbar und anderen Betreiber:innen zugänglich gemacht. Die ausgezeichneten Projekte sind:
Die Projekte werden auf der Webseite der SEEGEN veröffentlicht.
Neben den Fachvorträgen und Praxisworkshops bot der Betreiber-Erfahrungsaustausch auch in diesem Jahr wieder einige interessante Programmpunkte. Ein besonderer Moment der Anerkennung war die Auszeichnung von Dominik Prähofer von der Bäuerlichen Hackschnitzel- und Heizgenossenschaft Hofkirchen, der das KEK-Weiterbildungsprogramms erfolgreich abgeschlossen hat. Im Mittelpunkt des Schulungsprogramms stehen alle Themen, die für einen sicheren und effizienten Betrieb eines Biomasseheizwerks relevant sind – von der Handhabung der Brennstoffe über moderne Kessel- und Netztechnik bis hin zu wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekten. Den Abschluss des ersten Veranstaltungstages bildete zudem eine Exkursion zum Biomasse-Heizwerk Lofer. Die Teilnehmer:innen erhielten vor Ort Einblick in die Anlage und konnten die aktive Rauchgaskondensation mit Absorptionswärmepumpe aus nächster Nähe kennenlernen.
Der Betreiber-Erfahrungsaustausch hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil der Branche entwickelt. Hier treffen sich Betreiber:innen, Fachleute und Unternehmen, um voneinander zu lernen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam Lösungen für den Heizwerksbetrieb zu entwickeln. Auch die diesjährige Veranstaltung zeigte erneut, dass gerade dieser persönliche Austausch ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist – für die Weiterentwicklung der Anlagen ebenso wie für die Zusammenarbeit innerhalb der Branche. Und genau darin liegt wohl das Erfolgsrezept einer Veranstaltung, die vor 25 Jahren als Betreiber-Stammtisch begann und heute zu den wichtigsten Branchentreffen der Nahwärme zählt.
Die Veranstaltungsreihe im Rückblick:
17. Betreiber Erfahrungsaustausch
18. Betreiber Erfahrungsaustausch
19. Betreiber Erfahrungsaustausch
20. Betreiber Erfahrungsaustausch
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